Gedanken im Mai 2017

Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund

Paulus beendet seinen Brief an die Gemeinde in Kolossä mit wichtigen Ratschlägen. Kurz und knapp werden die Christen noch einmal daran erinnert, eng mit Jesus im Gebet verbunden zu sein. Er selbst war in Gefangenschaft und bat die Gemeinde für ihn zu beten. Doch nicht darum, dass er freigelassen würde, sondern vielmehr, dass er auch in dieser Situation das Evangelium weitersagen könne. Die gute Nachricht, dass Jesus der Weg zu Gott ist, diese Botschaft hatte Paulus von Grund auf erneuert. Das Evangelium war zum Inhalt und Ziel seines Lebens geworden. Die Errettung, die er durch Jesus erlebt hatte, hat ihn mit solch großer Freude und Hoffnung erfüllt, dass er nicht aufhören konnte, davon zu berichten. Er wünschte sich nichts sehnlicher, als dass auch die Menschen in seiner Umgebung, sogar die Soldaten, die ihn in der Gefangenschaft bewachten, von dieser Freude und Hoffnung erfahren und ihr Leben, Gott anvertrauen würden.

 

Paulus ging es nicht darum, seine Gedanken, seine Ideen oder seine Lebensentwürfe in die Welt hinauszutragen. Er war erfüllt von Gottes Botschaft der Liebe und der Erlösung. Diese Liebe trieb ihn an. Diese Liebe wollte er weitertragen. Alle Menschen sollten und sollen diesen liebenden und gnädigen Gott kennen lernen. Dazu forderte er die Gemeinde auf, dazu fordert er auch uns heraus. 

In dem Bibelvers für den Monat Mai lesen wir: 
"Eure Rede sei allezeit wohlklingend und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt." Kol 4,6

Es geht nicht um wohlformulierte, hochgestochene Worte. Es geht nicht darum, den anderen meine Meinung aufzudrücken. Es geht nicht darum gepfefferte Reden zu halten. Paulus möchte uns herausfordernd, klar und deutlich unseren Glauben zu verkündigen. Und das tun wir nicht in erster Linie mit Worten, sondern indem wir die Liebe Jesu erlebt und angenommen haben. Das tun wir, indem diese Liebe uns erfüllt und wir mit Jesus im Gebet verbunden bleiben.

Es geht nicht um die Frage, wie freundlich oder wohlklingend meine Worte sind. Es geht schon gar nicht um die Frage, wie gut ich meine Meinung verteidigen kann. Es geht einzig und allein darum: Habe ich die Liebe Jesu erfahren? Hat diese Liebe mich verändert? Bin ich voller Freude über das Heil und die Rettung, die Jesus mir ermöglicht hat? 

Wenn ich dazu von Herzen „Ja“ sagen kann, dann wird mein Leben diese Liebe ausstrahlen. Wenn ich verstehe, dass es nicht um mich und meine Meinung geht, sondern darum, Gottes Gnade in die Welt hinauszutragen, dann wird „meine Rede wohlklingend und mit Salz gewürzt sein“. Denn wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.

Wenn ich merke, dass sich Unfreundlichkeit und Rechthaberei, Stolz und Besserwisserei in mein Denken und Reden einschleichen, dann ist es nicht damit getan, mich zusammenzureißen, freundlicher und geduldiger werden zu wollen. Denn solange Kälte, Missgunst und Lieblosigkeit mein Herz einschnüren, wird das in meinem Leben und in meinen Worten sichtbar werden.

Es gibt nur einen Weg der Veränderung: Ich kehre um zu Jesus und bitte Ihn, mein Herz neu mit seiner Liebe zu erfüllen. Dieser Weg ist offen für jeden von uns. 
Jesus wird dich und mich mit offenen Armen empfangen! Er wird dich und mich mit neuer Liebe erfüllen!

Käthe Müller, Pastorin

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