Gedanken im Juli 2017

Beten ist die Nagelprobe des Glaubens. 

An unseren Gebeten wird sichtbar, was wir wirklich glauben. Was uns tief im Innersten bewegt. Lasst uns einmal ganz offen und ehrlich fragen: Wofür beten wir eigentlich? Was sind denn die Anliegen, die wir vor Gott bringen?

Und wir werden merken, welches Denken unser Gebet bestimmt. Es wird deutlich werden, was uns zutiefst beschäftigt. Ich erlebe es immer wieder, dass gerade wir westlichen Christen für Gesundheit und Bewahrung beten. Gerade wir, die wir in dem Luxus leben, ein gut funktionierendes Gesundheitssystem zu haben und in einem Rechtsstaat zu leben. Global betrachtet ein außerordentliches Privileg. Wir beten für das „tägliche Brot“ in allen Variationen, eben all das, was unser Leben reich und angenehm macht.

 

Warum drehen sich unsere Gebete so sehr um diese Themen? Es zeigt doch, dass wir uns ein glückliches und „ewiges“ Leben, schon hier auf dieser Erde wünschen. Wir nehmen das Geschenk von Gesundheit und Sicherheit nicht für selbstverständlich, das ist ehrenwert. Wir nehmen es aus Gottes Hand. Wir wissen, dass an Gottes Segen alles gelegen ist. Das ist gut so.

Doch müssen wir nicht auch zugeben, dass sich unsere Gebete so sehr um uns selbst drehen. Dass unsere Anliegen, die wir vor Gott bringen, genau betrachtet oberflächlich sind? Ich bin immer wieder begeistert, zu entdecken, wie Paulus für die Gemeinden gebetet hat. Da wird deutlich, was Paulus seinen Geschwistern von Herzen wünscht. Ihm ist es das größte Anliegen, dass jeder Einzelne, tief von Gottes Geist verändert und erfasst wird. Das wird auch in dem Vers deutlich, der uns im Juli begleiten soll:
Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.  Philipper 1,9

Paulus wünscht sich nichts mehr, als dass die Christen wachsen und reifen. Nicht in erster Linie an Erkenntnis im Wort Gottes oder an Erfahrungen im täglichen Leben, sondern zuallererst in der Erkenntnis der Liebe Jesu.

Er wünscht sich, dass jeder Mensch, diese Liebe in seinem Leben erfährt. Diese Liebe, mit der Gott den Menschen begegnet. Diese Liebe sollen wir immer mehr begreifen, erleben und erfahren.

Das ist das, was Paulus selbst erlebt hat. Diese Liebe Jesu hat aus dem Saulus, der Freude daran hatte, die Christen zu verfolgen, den Paulus gemacht, der sein Leben eingesetzt hat, damit die Welt, diesen Jesus kennen lernen kann.

Paulus ist dieser Liebe begegnet.
Paulus hat diese Liebe erkannt.
Paulus hat sich dieser Liebe ganz anvertraut.

Das wünscht er sich für seine Brüder und Schwestern.

Die Liebe Jesu zu erfahren. Die Liebe Jesu zu begreifen. Die Liebe Jesu zu erleben. Das wird auch dein Leben völlig verändern. In dieser Liebe Gottes, soll unser Glaube verankert sein. Von dieser Liebe Gottes, darf unser Herz übersprudeln.

Lasst uns aufhören an den Symptomen unseres Lebens rumzudoktern. Lasst uns den Lebensproblemen auf den Grund gehen.
Lasst uns füreinander beten, dass unsere Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.

Käthe Müller, Pastorin

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