Gedanken im Dezember 2017

Warten mit Weitblick

Zacharias hält nun endlich seinen langersehnten Sohn in seinen Armen. Voller Freude lobt er Gott, denn seine Frau und er haben in ihrem hohen Alter durch ein Wunder einen Sohn bekommen: Johannes. 

Wie lange mussten sie auf dieses Glück warten! Wie oft haben die beiden Alten wohl gezweifelt, ob Gott Seine Verheißung wahrmachen wird? Wie groß war ihre Freude, als nun dieses verheißene Kind gesund auf die Welt kam. Doch Zacharias sieht weiter. Er bleibt nicht bei dem Anblick seines Kindes stehen. Er nimmt dieses Kind dankbar aus Gottes Hand.

Er weiß, dass sein Gott einen Auftrag für dieses Kind hat. Einen größeren Auftrag bekommen hat, als nur seine Eltern zu beglücken.
Denn der Auftrag dieses Kindes ist es, das Kommen des Messias anzukündigen.

"Gott vergibt uns, weil seine Barmherzigkeit so groß ist. Aus der Höhe kommt das helle Morgenlicht zu uns, der verheißene Retter. Dieses Licht wird allen Menschen leuchten, die in Finsternis und Todesfurcht leben; es wird uns auf den Weg des Friedens führen." Lukas 1, 78+79

So lesen wir es in der Monatslosung für den Dezember. Das Warten auf den Retter, den Befreier und König Israels bestimmte das Leben der Menschen damals. Alle Unterdrückung, alle Feindschaft, allen Hass und alle Missgunst konnten sie nur ertragen, weil sie wussten: Gott wird uns erretten! Er hat es versprochen. Gott wird sein Versprechen halten!

Zacharias und Elisabeth warteten ihr ganzes Leben lang auf diesen Retter. Und sie warteten auf ein eigenes Kind. In diesem Warten sind sie nicht verzagt, weil sie mit Weitblick gewartet haben. Sie haben im Vertrauen auf Gottes Zusagen gewartet. Sie haben in der Gewissheit gewartet, dass Gott sein Wort halten wird. Und nun ist es geschehen.

Vom Geist Gottes erfüllt singt Zacharias dieses Loblied. Ein Lied voller Dank für Gottes Treue. Ein Lied voller Gewissheit für Gottes Zusagen. Ein Lied voller Klarheit, dass das Warten nun zu Ende ist. Sein Sohn Johannes wird der Prophet sein, der den Messias, Jesus, ankündigen, sehen und taufen wird. Mit der Geburt dieses Kindes ist das sehnsüchtige Warten zu Ende.

Wie warten wir?

  • Warten wir mit Weitblick oder lassen wir uns hineinziehen in den Adventsstress dieser Tage?
  • Wissen wir noch, worauf wir warten? Auf ein paar freie Tage? Auf schöne Geschenke? Auf ein harmonisches Fest? Oder vielleicht darauf, dass Weihnachten bald vorüber ist?

Mit Weitblick betrachtet haben Advent und Weihnachten eine viel tiefere Bedeutung.

  • Diese Zeit erinnert uns daran, dass Gott barmherzig ist. 
  • Diese Zeit erinnert uns daran, dass Gott die Menschen liebt.

Er hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit alle Menschen, die in Angst und Verzweiflung leben, Trost und Hoffnung erfahren. Er hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit alle Menschen, Befreiung erfahren dürfen.

Lasst uns diese Zeit der freudigen Erwartung genießen, mit Weitblick. Lasst uns immer wieder eine kurze Zeit der Besinnung einlegen, die gestressten Herzen vor Gott bringen und voller Freude ihm danken, dass er voller Liebe und Barmherzigkeit ist.

Ich wünsche uns allen eine weitblickende Adventszeit und gesegnete Weihnachtstage!

Käthe Müller, Pastorin

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