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Gedanken im Juni 2018

Besuch

Ich habe gerne Besuch. Ich liebe die Gemeinschaft, ich freue mich an den guten Gesprächen. Ich mag es, etwas Schönes zu kochen und die Gäste damit zu verwöhnen.

Doch es gibt Zeiten, da ist auch mir jeder Besuch zu viel. Wenn ich wenig geschlafen habe oder wenn die letzten Wochen oder Tage mit Terminen überfüllt waren.

Es ist schon einige Jahre her, da steckten wir als Familie gerade in einer sehr anstrengenden Zeit. Familiär, beruflich, gemeindlich, alles ging drunter und drüber. Da bekamen wir einen Anruf von einem lieben Bekannten. Er fragte geradeheraus, ein Freund und er seien gerade ganz in eurer Nähe unterwegs. Dürften sie uns besuchen, von ihrem neuen Projekt berichten und dann auch bei uns übernachten?

Was sollte ich tun? Mir war so absolut gar nicht nach Besuch. So eng war der Kontakt auch gar nicht. So vertraut waren wir nicht miteinander, dass ich diesen Besuch – und es kam ja auch noch eine mir unbekannte Person mit – so locker einschieben konnte. Der Stresspegel stieg rapide an. Absagen konnte ich nicht. Das wäre zu unhöflich. Aber nun noch schnell die Wohnung putzen, etwas Leckeres zu Essen zaubern, Zeit freischaufeln, um einen gemütlichen Abend miteinander zu verbringen und dabei Ruhe und Freundlichkeit ausstrahlen. Wie soll ich das bloß schaffen?

Ich musste erst einmal tief Luft holen. Dann stellte ich mich der Herausforderung und dachte, dieser Tag geht auch vorüber. Irgendwie werden wir das überstehen.

Es klingelte an der Tür. Die Gäste kamen. Die Beiden waren total unkompliziert und humorvoll. Wir verbrachten einen wunderschönen Abend miteinander. Wir hatten gute, geistliche Gemeinschaft.

Als sie am nächsten Tag abgereist waren, fühlten wir uns neu gestärkt. Nicht erschöpft und ausgelaugt, wie ich befürchtet hatte.

Dieser Besuch war etwas ganz Besonderes. Diese Besucher, sie waren etwas ganz Besonderes. Es war gar nichts außergewöhnliches geschehen. Doch wir wurden ermutigt, einfach durch ihre Gegenwart.

Vielleicht haben wir das erlebt, was der Bibelvers für diesen Monat verspricht?

"Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt."  Hebräer 13,2

Sehr oft haben wir uns an dieses Erlebnis erinnert. Und wenn wir glaubten, wir haben keine Kraft mehr, Gäste einzuladen, dann erinnerten wir uns daran.

Vielleicht besuchen uns ja wieder Engel!? Das will ich auf keinen Fall verpassen!

 Käthe Müller, Pastorin

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