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Gedanken im September 2018

Wo bleibt das Staunen?

In einem alten Haus lebte ein paar Mäuse. Sie lebten gern dort, denn an manchen Tagen wurde das Haus von wunderbaren Klängen erfüllt. Es schien den Mäusen, als stammten die Klänge aus einem großen, schwarzglänzenden Kasten, der in der Mitte eines Zimmers stand. Aber wie sie entstanden, das wussten die Mäuse nicht. Sie hatten aber eine Erklärung. Es wird wohl, so sagten sie, einen großen Meister geben, der diesen Kasten zu gebrauchen weiß. Er ruft die Klänge hervor und er tut es, weil er sich an ihnen erfreut und auch uns damit erfreuen will. Eines Tages aber ging eine sehr mutige Maus der Frage auf den Grund. Sie kletterte in den Kasten hinein und kam mit einer ernüchternden Erkenntnis zurück.

Sie berichtete: „In dem Kasten sind dicke eiserne Stricke, die klingen können und schwere, mit Stoff überzogene Holzstücke, die auf die Stricke schlagen. So entstehen die Klänge. Es gibt keinen großen Meister, der diese Klänge zu seiner und unserer Freude hervorruft.“ Das glaubten die Mäuse dann wohl oder übel. Immer noch gefielen ihnen die Klänge und jetzt wussten sie sogar, wie sie entstanden. So fühlten sie sich zwar etwas klüger, aber auch ein bisschen ärmer. (Erzählt nach Axel Kühner: Überlebensgeschichten).

Gott hat uns in der Schöpfung mit Schönheit umgeben, wer könnte das leugnen. Wenn wir die Wunder der Schöpfung betrachten und über sie staunen, kann etwas Besonders geschehen. Unsere Herzen können mit Sehnsucht nach dem Schöpfer erfüllt werden. Dann möchten wir ihm danken, ihn loben, ihm nahe sein und die Schönheit der Welt für immer mit ihm teilen. Auch wollen wir dann die Wunder der Welt besser verstehen.  Aus dieser Haltung ist die moderne Wissenschaft entstanden. Aber mit der Zeit wurde für viele Menschen die Wissenschaft zu einem Ersatz für Gott. Weil alles erklärbar schien, verlernten wir das Staunen, die Dankbarkeit und die Sehnsucht nach Ewigkeit. Wir wurden klüger, aber auch ärmer. Wir verlernten zu glauben, denn glauben kann nur der, der staunen kann. Deshalb ruft uns der Monatsvers im September neu zum Staunen auf: Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur das der Mensch nicht ergründen kann das Werk Gottes, weder Anfang noch Ende (Prediger 3,11). Vielleicht kann daraus neue Sehnsucht nach Gott werden?

Christoph Müller

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